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LRS und Legasthenie erkennen: Anzeichen, Diagnose, Förderung

Das StudyArea-Team 3 Min. Lesezeit

Manche Kinder üben Rechtschreibung stundenlang und machen trotzdem immer wieder dieselben Fehler. Andere lesen mühsam Wort für Wort, obwohl sie in anderen Fächern keinerlei Schwierigkeiten haben. Für Eltern und Lehrkräfte ist es oft schwer einzuschätzen, ob das noch normale Entwicklung ist oder ob eine Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) beziehungsweise Legasthenie dahintersteckt.

Dieser Ratgeber erklärt, woran man erste Anzeichen erkennt, wie der Weg zu einer fundierten Diagnose aussieht und welche Unterstützung Kindern mit LRS in Schule und Alltag wirklich hilft.

Was ist LRS/Legasthenie eigentlich?

LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche) beschreibt anhaltende, deutliche Schwierigkeiten beim Lesen und/oder Schreiben, die nicht durch mangelnde Intelligenz, fehlende Förderung oder Faulheit erklärbar sind. Legasthenie bezeichnet dabei häufig die medizinisch diagnostizierte, umschriebene Form dieser Schwäche.

Wichtig zu verstehen: LRS betrifft ausschließlich den Bereich Lesen und Schreiben. Kinder mit LRS können in Mathematik, Naturwissenschaften oder mündlicher Kommunikation völlig unauffällig oder sogar überdurchschnittlich sein.

Typische Anzeichen erkennen

Einzelne Rechtschreibfehler sind normal und kein Grund zur Sorge. Aufmerksam solltest du werden, wenn mehrere der folgenden Anzeichen über längere Zeit gemeinsam auftreten:

  • Auffällig langsames, stockendes Lesen trotz ausreichenden Übens
  • Buchstaben oder Silben werden vertauscht, ausgelassen oder hinzugefügt
  • Immer wieder dieselben Fehler trotz intensiven Übens der Rechtschreibregeln
  • Deutliche Diskrepanz zwischen mündlicher Ausdrucksfähigkeit und schriftlicher Leistung
  • Vermeidungsverhalten: Das Kind liest oder schreibt so wenig wie möglich
  • Frustration, Ängste oder Bauchschmerzen im Zusammenhang mit Deutschunterricht

Der Weg zur Diagnose

Bestehen mehrere Anzeichen über Monate hinweg, lohnt sich eine fachliche Abklärung. Diese sollte immer durch qualifizierte Stellen erfolgen, nicht durch Selbsttests im Internet.

  1. Zunächst das Gespräch mit der Klassenlehrkraft suchen und Beobachtungen austauschen
  2. Schulpsychologischer Dienst oder eine kinder- und jugendpsychiatrische/-psychologische Praxis kann standardisierte Testverfahren durchführen
  3. Ausschluss anderer Ursachen wie Seh- oder Hörprobleme gehört ebenfalls zur Abklärung
  4. Ein schriftliches Gutachten bildet die Grundlage für schulische Unterstützungsmaßnahmen

Nachteilsausgleich in der Schule

Liegt eine diagnostizierte LRS vor, haben Schülerinnen und Schüler in Deutschland in der Regel Anspruch auf einen sogenannten Nachteilsausgleich. Die genauen Regelungen unterscheiden sich je nach Bundesland und Schule.

  • Verlängerte Bearbeitungszeit bei Klassenarbeiten und Prüfungen
  • Reduzierte oder ausgesetzte Gewichtung der Rechtschreibung bei der Notenvergabe
  • Einsatz von Hilfsmitteln, z. B. größere Schrift oder technische Unterstützung
  • Individuelle Absprachen sollten schriftlich mit der Schule festgehalten werden

Eltern sollten aktiv das Gespräch mit der Schulleitung suchen, da Nachteilsausgleich meist beantragt werden muss und nicht automatisch gewährt wird.

Wie gezielte Förderung wirklich hilft

LRS lässt sich nicht „wegüben" wie eine gewöhnliche Wissenslücke, aber gezielte, methodisch passende Förderung kann Kindern erheblich helfen, besser mit ihrer Schwäche umzugehen.

  • Spezialisierte LRS-Förderung statt allgemeiner Rechtschreibübungen
  • Kleine, regelmäßige Einheiten statt seltener, langer Übungssitzungen
  • Erfolge sichtbar machen, um Frustration und Vermeidungsverhalten entgegenzuwirken
  • Geduld: Fortschritte bei LRS zeigen sich oft langsamer als bei anderen Lernschwierigkeiten
Nicht mehr üben hilft bei LRS, sondern gezielter, methodisch passender üben.

Eine Nachhilfelehrkraft mit Erfahrung im Bereich LRS kann speziell auf die individuellen Fehlermuster eingehen und die Förderung so gestalten, dass sie tatsächlich Wirkung zeigt – ohne zusätzlichen Druck aufzubauen.

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Häufige Fragen

Woran erkenne ich, ob mein Kind eine LRS haben könnte?

Hinweise sind anhaltend langsames Lesen, immer wiederkehrende Rechtschreibfehler trotz Übens, eine deutliche Diskrepanz zwischen mündlicher und schriftlicher Leistung sowie Vermeidungsverhalten oder Frustration beim Lesen und Schreiben. Eine sichere Aussage liefert aber nur eine fachliche Diagnostik.

Wer stellt die Diagnose LRS oder Legasthenie?

Eine fundierte Diagnose erfolgt über schulpsychologische Dienste oder spezialisierte kinder- und jugendpsychologische/-psychiatrische Praxen mittels standardisierter Testverfahren – nicht über Online-Selbsttests.

Was bedeutet Nachteilsausgleich bei LRS konkret?

Je nach Bundesland und Schule kann das verlängerte Bearbeitungszeit, eine reduzierte Gewichtung der Rechtschreibung bei der Note oder zusätzliche Hilfsmittel bedeuten. Die konkreten Maßnahmen müssen in der Regel bei der Schule beantragt werden.

Kann man LRS mit Nachhilfe oder Förderung verbessern?

LRS lässt sich nicht vollständig "wegtrainieren", aber spezialisierte, regelmäßige Förderung kann Kindern helfen, deutlich besser mit ihrer Schwäche umzugehen und Frustration im Schulalltag zu reduzieren.

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